Tag 05 – Laufen wie in Trance

Canaveral – Galisteo (29,1 km)

Heute Morgen vibriert der Handywecker früh. Es ist noch dunkel draußen. Wir haben unsere erste 30km Tour vor uns. Diese Tatsache sollte mich eigentlich nervös machen. Dachte ich. Aber ich bin erstaunlich entspannt. Das gute Gefühl des gestrigen Abends wärmt immer noch mein Herz.
In routiniertem Tempo packen wir unsere Sachen zusammen und lassen uns zu einem kleinen Frühstück (Cafe con Leche und Donuts) an der Bar nieder. Müde schlurft der Hotelier hinter dem Tresen hin und her und bereitet Cafes für die ersten Gäste vor. Wir sind früh dran, die Bar wacht gerade erst auf. Und der Boden ist wieder so mies dreckig: Aschenbecher, Mülleimer, Hosentasche in einem. Aber keinen störts.
Der Cafe und die Donuts sind eine Wohltat. Ich fühle mich gut gestärkt, ausgeglichen, frei im Kopf… gar kein Platz für Ängste, die Tour nicht schaffen zu können. Gemütlich machen wir uns auf den Weg.

Tag 04 – Siesta im Herzen

Tajo Stausee – Canaveral (11,8 km)

Tag 03 – Kleinzeug macht auch Ballast

Casar de Cáceres – Tajo Stausee (22,4 km)

Tag 02 – Die Luxuspilger unterwegs

Cáceres – Casar de Cáceres (11,2 km)

Wir haben unsere erste Etappe geschafft! Juhu! Wir sitzen in dem verschlafenen Dörfchen “Casar de Cáceres” in der Bar Majuca, es ist circa 16:04 Uhr, und warten auf die Bedienung. Seit 15 Minuten! Sind hier Nicht-Spanier grundsätzlich unsichtbar oder was? Völlige Ignoranz. Vielleicht ist das auch das spanische Tempo. Is mir egal, nach so langem Warten vergeht mir der Hunger. Und sowieso fühl ich mich nicht wohl. Trotz Jacke an friere ich, die spanische am Nebentisch beschallt lauthals den Raum, ich weiß nicht wann und so ich nachher essen kann. Und außerdem werde ich mit Spanien nicht warm. Das ist nichts für mich. Das sollte ich jetzt besser nicht sagen, sonst flippt Roland noch aus. Meine schlechte Laune schlagen schon um auf seine. Ich trinke Cafe con Leche und schreibe dabei Tagebuch.

Tag 01 – Durchkreuzte Planung

Busstation “Méndez Álvaro”: irgendwo im Süden von Madrid, irgendwo zwischen Flughafen und unserem Routenstartpunkt. Der noch in weiter Ferne liegt. Wie so scheinbar alles hier… wir liegen voll neben der Zeit! Mein gestern präzise ausgearbeiteter Zeitplan ist völlig unbrauchbar… 14.40 Uhr Ankunft in Madrid – stimmt noch. Nerviges Warten am Gepäckband auf unsere sorgfältig in Plastikfolie eingepackten Rucksäcke – dauert 30 Minuten. Ok, schnell zur Metro und in 15 Minuten (meine Google-Maps-Routen-Schätzung) zur Busstation, dann kriegen wir noch den Bus um 15.30 Uhr zum Zielort “Cáceres”. 15 Minuten für 14 Stationen mit 1mal umsteigen? Was hab ich denn da ausgerechnet? Insgesamt 1 Stunde trifft es dann doch besser – Zeitplan voll daneben. Egal. Wenn wir den Bus um 16.30 Uhr nehmen kommen wir zwar erst um 20.15 Uhr in Cáceres an, aber das lässt ja noch genug Zeit für Essen gehen und Zimmer suchen.