Freies Obst dank Mundraub

Weit oben versteckt im Kirschbaum des Nachbarn sitzen, heimlich Kirschen naschen und die Kerne in den Garten spucken. Eine freudige Erinnerung aus Kindheitstagen. Geht aber auch in der Gegenwart, ganz offiziell und ohne Nachbarn. Denn was viele nicht wissen: über ganz Deutschland verteilt gibt es einige, öffentlich zugängliche, freie Obstwiesen. Auf der Website von Mundraub werden diese gesammelt und auf einer übersichtlichen Google-Maps gezeigt. Von Apfel-, Aprikosen-, Birnen-, Kirsch-, Maulbeer-, Mirabellen-, Pflaumen-, Quitten- und Zwetschgenbäumen, findet man dort auch Einträge von Beeren, Kräutern und Nüssen. Neue Fundorte eintragen kann jeder, der freies Obst entdeckt hat. Kostenlos. Die Macher von Mundraub prüfen jedoch jeden Eintrag vor der Veröffentlichung genau, um den Raub an privatem Obst (wie zum Beispiel das des Nachbarn) zu vermeiden.

Transition Town Köln Initiative

Vergangenen Mittwoch wurde ich von Martin Herrndorf wieder einmal zu einer spannenden Veranstaltung in Köln mit den Worten „hier ist momentan “Gärtnern” als Thema riesig“ eingeladen und konnte nicht widerstehen. Ähnlich wie bei der Podiumsdiskussion „Nachhaltig aktiv in Köln“ machte ich mich gespannt auf den Weg von Düsseldorf nach Köln. Um 19 Uhr öffnete das Design Quartier Ehrenfeld seine Pforten für die Ideenwerkstatt zur „Transition Town Köln Initiative“. Ganz ehrlich? Den Begriff „Transition Town“ habe ich so vorher noch nie gehört. Übergang, ok. Aber was macht eine Initiative daraus in einer Großstadt wie Köln? Der Introfilm an dem Abend bringt es verständlich und anschaulich auf den Punkt.

Urban gärtnern in Kreuzberg

Der Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf ist längst nicht mehr nur den ländlichen Gefilden vorbehalten. Mit grünen Projekten wie den Prinzessinnengärten hält die urbane Landwirtschaft Einzug in die Städte. In Berlin Kreuzberg breiten sich seit nun schon fast 3 Jahren auf einem Areal von 6000 qm die Grünanlagen der Prinzessinnengärten aus. Angebaut werden dort verschiedenste Gemüse in Bio-Qualität, mit Fokus darauf besonders alte und seltene Sorten im Sinne der biologischen Vielfalt zu fördern. Anders als in klassischen Schrebergärten auf dem Land, sprießen hier Salate, Gewürze und Tomaten aus freistehenden Einkaufskörben, abgeschnittenen Milchtüten und alten Tonnen. Die Idee der Gründer Robert Shaw und Marco Clausen dahinter ist, mobil zu bleiben und bei einem (leider möglichen) Verkauf des Grundstückes schnell umziehen zu können. Gleichzeitig lösen sie sich damit von der Abhängigkeit bestimmter Orten und ermöglichen ein schnelles, direktes Begrünen der Stadt, egal wo.

Rhabarber im April

Erst vier Wochen ist der Frühlingsbeginn her, doch die Sonne zeigt sich seither so konstant als wäre es schon Sommer. Im Garten explodiert die Pracht an Blüten, ein Farbenmeer breitet sich aus. Auch der Gemüsegarten ist mittlerweile gut bestückt. Auf nun schon 10 Feldern reihen sich Zucchini neben rote Beete, Radieschen, Tomaten, Bohnen, Spinat, Fenchel, Schalotten, Erdbeeren, Kohlrabi, Sellerie und Pflücksalat. Gewürze sprießen in die Höhe. Die Zitronenmelisse ganz weit vorn. Auch wenn erst im Juni erstes Gemüse geerntet werden kann, bereitet der Rhabarber dem Gärtner schon im April eine Freude. Dank Wärmeschutz (hier eignet sich Flies oder ein umgedrehter Eimer) und der andauernden Sonne ist er so geschossen, dass man nun schon erste Stangen ernten kann.

Nachhaltig aktiv in Köln

Es gibt so einige Möglichkeiten das eigene Leben nachhaltig zu gestalten. Angefangen vom persönlichen Energieverbrauch, der Wahl des Supermarktes, dem Bewusstsein für Umwelt- und Tierschutz, dem Umgang mit Müll, dem Mitgefühl anderen Menschen gegenüber… wahrscheinlich gibt es gar nicht so viele Worte wie es Möglichkeiten gibt. Nichtsdestotrotz habe ich die Erfahrung gemacht, bei mir selbst als auch im Freundeskreis, dass die Qual der Wahl und paradoxerweise auch das Nichtwissen über die Möglichkeiten, das persönliche Engagement so schwierig machen.